17. Juli 2026

GKV-Spargesetz: Beide Systeme sind betroffen. Ein System ist besser aufgestellt.

iStock/deepblue4you, 24passion/Ronny Zimmermann

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
vor einer Woche haben wir Sie über die Verabschiedung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes informiert. Heute möchten wir den Blick nach vorne richten – und eine Botschaft klarstellen, die in der öffentlichen Debatte bislang zu kurz kam.

Fixkostendegression und Grundlohnratenbindung betreffen nicht nur die HZV. Sie betreffen beide Systeme.

Auch im KV-System werden Orientierungswert und Punktwert gedeckelt. Wer also meint, die neuen Regelungen seien ein Argument gegen die Hausarztzentrierte Versorgung, liegt schlicht falsch. Die strukturellen Hürden sind dieselben – die Ausgangspositionen sind es nicht.

Gleiche Regeln, bessere Ausgangslage

Der Fallwert in der HZV liegt derzeit rund 30 Prozent über dem Fallwert im KV-System. Dieser Unterschied ist kein Zufall und keine temporäre Erscheinung. Er ist das Ergebnis eines Systems, das besser steuert, besser koordiniert und nachweislich effizienter arbeitet – mit 169 Euro Einsparung pro Versichertem und Jahr gegenüber dem KV-System.

Was bedeutet das nun, da beide Systeme denselben gesetzlichen Begrenzungen unterliegen? Ganz einfach: Der relative Vorteil der HZV bleibt bestehen. Er wird durch die neuen Regelungen nicht geschmälert – er wird zementiert. Beide Systeme starten mit denselben Einschränkungen, aber die HZV startet von einer deutlich besseren Position.

Wir verhandeln – für Sie und mit Ihnen
Hier liegt ein weiterer entscheidender Unterschied: Die HZV-Verträge werden nicht von Bürokraten bestimmt, die keine Praxis von innen kennen. Sie werden vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband Baden-Württemberg direkt mit den Krankenkassen verhandelt – von Hausärztinnen und Hausärzten, die die Bedingungen in den Praxen kennen und verstehen.

Das neue Gesetz lässt Interpretationsspielraum. Die konkreten Abschlagsätze bei der Fixkostendegression werden erst bis zum 31. März 2027 zwischen den Vertragspartnern verhandelt. Das ist eine Herausforderung – aber auch eine Chance. Und wir werden diese Chance nutzen: konsequent, engagiert und mit dem klaren Ziel, das bestmögliche Ergebnis für Ihre Praxis zu erzielen. Darauf können Sie sich verlassen.

Danke – für Ihren Einsatz in den letzten Wochen
Bevor wir nach vorne schauen: ein aufrichtiges Dankeschön. Was Kolleginnen und Kollegen in den vergangenen Wochen geleistet haben – gesperrte Wartezimmer, mobilisierte Patientinnen und Patienten, direkte Briefe an Abgeordnete – das war bemerkenswert. Das Gesetz konnte damit nicht verhindert werden. Aber dieser Widerstand war richtig, er war sichtbar, und er hat gezeigt: Hausarztpraxen können sich Gehör verschaffen, unsere Patientinnen und Patienten stehen hinter uns – und wir werden unsere Wartezimmer auch künftig als politischen Raum nutzen, wenn es darauf ankommt.

Jetzt gilt es, zusammenzustehen – und die Stärke der HZV sichtbar zu machen. Lauter als zuvor.
Einschreiben: das stärkste politische Signal

Die nächste wichtige Weichenstellung kommt bereits. Mit der geplanten Gesetzgebung zur Primärversorgung steht eine Entscheidung an, die die Grundstrukturen der hausärztlichen Versorgung in Deutschland für Jahre prägen wird. Und hier ist unsere Botschaft klar: Ein Primärversorgungssystem ohne die HZV ist nicht zu machen. Das müssen Politik und Bundesregierung verstehen – und das können wir mit Zahlen belegen.

Heute sind es mehr als 3,3 Millionen Versicherte in Baden-Württemberg, die in der HZV eingeschrieben sind. Das ist ein schlagkräftiges Argument. Und es kann noch schlagkräftiger werden. Lassen Sie diese Zahl in den nächsten Tagen und Wochen wachsen – durch jede neue Einschreibung in Ihrer Praxis. Jede Einschreibung sichert Ihr Honorar. Sie stärkt ein System, das politisch unverzichtbar ist. Und sie sendet ein Signal, das in Berlin ankommen muss: Die HZV ist kein Nischenmodell – sie ist das Rückgrat der Primärversorgung in Deutschland.

Schreiben Sie weiter ein. Lassen wir gemeinsam die Zahlen sprechen.
Jede Einschreibung ist ein Argument.

Wir stehen an Ihrer Seite – heute, bei den kommenden Verhandlungen und bei allem, was danach kommt.

Mit herzlichen Grüßen 

Dr. Susanne Bublitz, Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth
Vorstandsvorsitzende Hausärztinnen- und Hausärzteverband Baden-Württemberg

Patientenmaterial „Meine Gesundheit. Meine Entscheidung“

Mit der Kampagne „Meine Gesundheit. Meine Entscheidung“ unterstützen wir Sie dabei, Ihre Patient:innen gezielt auf die HZV aufmerksam zu machen – gerade jetzt, vor der Einführung eines verbindlichen Primärversorgungssystems. Die Materialien erklären verständlich die Vorteile der HZV und die Bedeutung jeder Einschreibung als politisches Signal. Bestellen Sie Flyer, Plakate und weitere Informationsmaterialien kostenfrei im HZV-Bestellshop unter:

-> HZV-Shop

 

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