09. Juli 2026

Digital unterschreiben, gewohnt einschreiben: So funktioniert DETE

iStock/SDI Productions, HÄVBW

Papier ausdrucken, unterschreiben lassen, einscannen, ablegen: Die Einschreibung in die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) war bisher mit einigem Aufwand verbunden. Mit DETE, der digitalen Teilnahmeerklärung, soll sich das ändern. Lennart Pick vom HÄVBW erklärt im Interview, wie der neue Prozess funktioniert, was sich für Praxen ändert und was gleich bleibt.

 

Was genau ist DETE?

DETE steht für die vollständig digitalisierte Einverständnis- und Teilnahmeerklärung für die HZV.
Patient:innen lesen und unterschreiben sie digital, ohne Papier. Genauso wird die Teilnahmeerklärung dann auch an das Praxisverwaltungssystem übermittelt: digital.

Ändert sich die HZV-Einschreibung damit grundlegend?

Nein. Die Praxis arbeitet weiterhin in ihrer gewohnten Praxisverwaltungssoftware, die Vertragssoftware bleibt der zentrale Einstiegspunkt. Was wegfällt, ist der bisherige Papieranteil: Ausdrucken und handschriftliches Unterschreiben werden durch einen digitalen Prozess ersetzt. Wichtig dabei: Die papiergebundene Einschreibung bleibt weiterhin möglich. DETE ist ein zusätzliches digitales Angebot, keine Pflichtumstellung.

Wie funktioniert das technisch?

Die Praxis startet den Einschreibevorgang wie gewohnt in der Vertragssoftware. Diese überträgt den Vorgang verschlüsselt in eine Cloud und erzeugt einen QR-Code. Dieser wird auf einem Endgerät, etwa einem Tablet, von der DETE-Software gescannt. Die Software zeigt die Teilnahmeerklärung lesegerecht an, die Patientin oder der Patient unterschreibt digital, und das Ergebnis wird automatisch zurück in die Praxissoftware übertragen.

Warum nicht einfach das bisherige PDF auf einem Tablet anzeigen?

Ein DIN-A4-PDF auf einem Tablet darzustellen, führt in der Praxis häufig zu unlesbaren Schriftgrößen und ist juristisch problematisch, weil Inhalte gut lesbar sein müssen. Deshalb wird die Teilnahmeerklärung als sogenanntes FHIR-Questionnaire bereitgestellt, ein Format, das sich flexibel an jedes Endgerät anpasst.

Was bedeutet DETE konkret für den Praxisalltag?

Der Medienbruch entfällt: keine Ausdrucke, kein Einscannen, keine papierbasierte Archivierung. Ein Belegexemplar für die Patientin oder den Patienten bleibt allerdings Pflicht. Das kann digital über die ePA, per App oder verschlüsselter E-Mail erfolgen. Auf Wunsch ist auch ein Ausdruck weiterhin möglich.

Für welche Verträge startet DETE, und ab wann?

Zum Start sind die Verträge mit der AOK Baden-Württemberg und GWQ dabei, weitere sollen folgen. Der Einführungszeitraum ist das dritte Quartal 2026. Allerdings werden nicht alle Hersteller gleichzeitig zugelassen sein. Welche DETE-Software zertifiziert ist, wird fortlaufend unter zulassung.haevg.de/haevg veröffentlicht. Aktuell liegen Zulassungsanträge vor von: One CGM (AmbulApps/CGM), Anaboard (Antelope Systems), eForms (medidok) und myDETE (Zollsoft).

Was sollten Praxen jetzt tun?

Prüfen, wie weit die DETE-Schnittstelle in der eigenen Praxissoftware umgesetzt ist, und welche zugelassenen Lösungen zum Praxisablauf passen. Dann geht es um praktische Fragen: Wo unterschreiben Patient:innen? Wer begleitet den Prozess im Team? DETE ist kein Selbstläufer, aber ein wichtiger und konkreter Schritt in Richtung papierloses Einschreiben.

Weitere Informationen und aktuelle Zulassungen

Alle zugelassenen DETE-Softwarelösungen und aktuelle Informationen werden fortlaufend auf der Zulassungsseite bekannt gegeben: zulassung.haevg.de/haevg

 

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